Film "Der Fund"

Zum 25jährigen Bestehen zeigt der Förderkreis Villa rustica Wachenheim bisher unveröffentlichte Aufnahmen vom Beginn der Grabung ab dem Jahr 1980. Spektakuläre Funde wie der Sturzbecher, der "römische Schoppen" oder die Gebeine des letzten Landbauern veranschaulichen in einem packenden Film die Zeitspanne vom überraschenden Fund bis zur fachmännischen Rekonstruktion der gesamten Anlage, einschließlich des Heil- und Gewürzkräutergartens.

WeinKunstPfalz hat die Aufnahmen überarbeitet und mit Filmmusik in Szene gesetzt.

 

Entdeckung und Fundstücke

"Wer gräbt, der findet!" - unter diesem Motto steht die Entdeckungsgeschichte der Wachenheimer Villa rustica. Während der Flurbereinigungmaßnahmen im Jahr 1980 kamen unerwartet die Reste des römischen Gutshofs zutage. Die fast vollständige Villa rustica mit ihren spektakulären Funden ist heute als Kulturdenkmal von großem Wert, gibt sie uns doch Aufschluss über das Leben und Arbeiten der Römer in Wachenheim. Es folgten fast 10 Jahre, in denen die Archäologen beinahe das gesamte Hofgelände ausgraben konnten. Mit der Restaurierung der freigelegten Mauerzüge blieb dieses herausragende Zeugnis römerzeitlicher Siedlungsgeschichte der Nachwelt erhalten. 

Unter der Leitung von Prof. Dr. Helmut Bernhard vom Landesamt für Archäologische Denkmalpflege Speyer wurde die Villa rustica Wachen­heim mit ihren Nebengebäuden 
ausgegraben, gesichert und teilweise rekonstruiert.

Es entstand ein Freilichtmuseum von 15000 m² Fläche. Das zum römischen Gutshof gehörige Gräberfeld wurde 1997 an der Straße Wachenheim-Friedelsheim 500 m südlich des Landgutes entdeckt. Gefunden wurden Steinsarkophage, Steinkisten, Ziegelplattengräber, teilweise mit wertvollen Grabbeigaben: ein kostbarer Prunkpokal, ein Militärgürtel, ein Sturzbecher, auch "Wachenheimer Urschoppenglas" genannt und einiges mehr. Die Grabbeigaben können im historischen Museum in Speyer besichtigt werden.

Die Bedeutung der Wachenheimer Römervilla liegt nicht nur in der stattlichen Größe der Anlage selbst, sondern vor allem in ihrer weitgehenden Vollständigkeit. Neben dem großen Herrenhaus sind nahezu alle Wirtschaftsbauten erkennbar. Die zahlreichen freigelegten Details fügen sich zu einem Gesamtbild ländlicher Besiedlung mit allen Aspekten landwirtschaftlicher Produktion.

Doch lange vor den Römern waren schon andere da: Bandkeramikfunde lassen auf eine jungsteinzeitliche Erstbesiedlung im 6. Jahrtausend vor Christus schließen.

 

Hintergrundwissen