Backofen und Küchentrakt

An den zweigeschossigen Hauptteil des Herrenhauses schließt im Norden ein schmaler Wirtschaftstrakt mit Pultdach an. Die Räume links des breiten, rückwärtigen Toreinganges sind als Küchenbereiche genutzt worden.  Rechts des Einganges befindet sich das zweite Bad.

Der rechts neben der Backstube anschließende Raum dürfte die eigentliche Küche gewesen sein. Leider waren hier weder die Fußböden noch Spuren von entsprechenden Einbauten wie Öfen, Herdstellen usw. zu erkennen. Neben Kochgeschirr aus Ton - Kochtöpfe, Reibschalen - dienten als Küchengeschirr vornehmlich Metallgefäße wie Bronzekessel, Schüsseln, Kellen und Siebe und Metalleimer. Die Metallkessel konnten mit Kesselhaken direkt über das offene Feuer gehängt werden.

Im nordöstlichen Raum befand sich in der Ecke ein rundes, etwa zwei Meter messendes Fundament, das als Unterbau eines großen Backofens diente. Aus der älteren Bauphase der Villa stammen aus den rückwärtigen Räumen eine Vielzahl kleiner Backöfen mit langem Schürkanal. Der hier rekonstruierte Ofen entspricht einer Form, wie sie in bildlichen Darstellungen oder durch archäologische Funde in großer Zahl belegt ist.

Die Außenschale des Ofens ist aus originalem römischen Ziegelmaterial gemauert. Der Ofen ist funktionstüchtig und hat bereits die besten Backergebnisse geliefert.

 

Backofen in betrieb

Nach einer Darstellung auf dem Grabmal des Bäckers Marcus Vergilius Eurysaces in Rom
Nach einer Darstellung auf dem Grabmal des Bäckers Marcus Vergilius Eurysaces in Rom

Römische Brote

Darstellungen nach Bildern bzw. archäologischen Funden. Vorlage: Römermuseum Augst
Darstellungen nach Bildern bzw. archäologischen Funden. Vorlage: Römermuseum Augst

Für die Mehlgewinnung dienten vor allem kleinere Handmühlen aus Basaltlava. Eine Läuferplatte wurde mittels Exzenter über die Basaltplatte gedreht. Größere Mühlen erforderten größere Kraftanstrengung. Verschiedentlich wurden zum Betrieb auch Tiere verwendet. Aber auch schon in römischer Zeit gab es Wassermühlen, die an jedem stärkeren Bachlauf installiert werden konnten. Kleinere Handmühlen lieferten 2 bis 4 kg Mehl pro Stunde. Die hier abgebildete große „Zwei‑Mann-Mühle“ konnte pro Stunde 25 kg Mehl erzeugen.

Handmühle mit Exzenterbetrieb
Handmühle mit Exzenterbetrieb
Große Drehmühle, die von zwei Personen bewegt werden musste. Vorlage: Römermuseum Augst
Große Drehmühle, die von zwei Personen bewegt werden musste. Vorlage: Römermuseum Augst



English

Français

Broschüre

Kontakt